LANGBROEK – In Langbroek konnten die Einwohner den ganzen Mittwochnachmittag über ihre Weihnachtsbäume beim örtlichen Gartencenter abgeben. Insgesamt wurden so innerhalb von vier Stunden fast 300 Bäume gesammelt. Diese werden im Häcksler zerkleinert, und die Häcksel werden als Bodenbedeckung in den Nahrungswald in Wijk bij Duurstede gebracht.
TV-Beitrag für RTV Utrecht von Ulrike Nagel.
Der Weihnachtsbaum-Häckseltag richtet sich vor allem an die Kinder, die in Langbroek wohnen. Sem ist einer der Ersten, der kurz nach Mittag mit seinem Go-Kart als Erster auf das Gelände fährt. Auf dem Heck hat er gleich vier Bäume dabei, die mit einem Seil zusammengebunden sind. „Wir sind schon seit Montag dabei. Das war meine erste Fahrt, aber ich komme noch ein paar Mal wieder. Es ist ziemlich anstrengend, denn manche Bäume standen noch im Topf, da war es nicht einfach, sie herauszubekommen.“

Etwas weiter steht Kaj in einem blauen Overall auf einem Anhänger. Er wirft die Weihnachtsbäume auf die Straße, seine Freunde schleppen sie zum Häcksler. Wie viele hat er schon hierher gebracht? „53!“ Er geht weiter zu Corienne Merkens vom örtlichen Gartencenter, die die Aktion organisiert. „Früher haben wir das eigentlich auch schon gemacht, als ich klein war. Die Leute konnten die Bäume hier abgeben und wir haben sie verbrannt. Irgendwann war das nicht mehr erlaubt, also habe ich mich letztes Jahr mit meinem Cousin zusammengesetzt und wir haben uns überlegt, wie wir das anders machen können.“
Eine Lösung lag in einer Zusammenarbeit des Gartencenters mit dem Nahrungswald, der in Wijk bij Duurstede angelegt wird. „Das ist ein Wald, durch den man spazieren kann und in dem man im Prinzip alles essen darf, was man findet“, erzählt Petra Ekhardt, die sich um den Nahrungswald kümmert. „Die Späne der Weihnachtsbäume können wir gut als Bodenbedeckung verwenden, so sind die Wege weniger matschig. Und da es sich um eine Mulchschicht handelt, belebt sich der Boden mehr, es gibt mehr Würmer und mehr Wurmbeete. Und das ist gut für den Wald.“ Corienne steht bereits mit einer Kiste Äpfel bereit, als sie Kaj und seine Freunde stehen sieht. Die Jungs bekommen auch einen Gutschein für kostenlose Pommes. Für jeden Baum einen Gutschein. Kaj hat inzwischen schon mehr als 50 Gutscheine für Pommes in der Tasche. Ob die Eltern sich darüber freuen, bei so vielen Pommes? „Eigentlich nicht“, lacht seine Mutter, „aber die Kinder sind draußen, sie geben sich wirklich große Mühe und leisten viel Arbeit für einen guten Zweck. Also ist das eigentlich ideal für die Weihnachtsferien.“

Die Gutscheine können noch den ganzen Januar über in der Cafeteria im Dorf eingereicht werden. Die Hälfte der Kosten übernimmt der Unternehmerfonds in Langbroek, die andere Hälfte wird vom Gartencenter und dem dazugehörigen Gartenbaubetrieb bezahlt. Vor drei Wochen hat das Gartencenter all diese Weihnachtsbäume verkauft, jetzt kommen sie wieder zurück. Ein ungewöhnlicher Kreislauf, räumt Corienne Merkens ein. „Ja, das ist eigentlich auch ganz seltsam. Aber auf diese Weise können wir zumindest dafür sorgen, dass der Baum kein Abfall mehr ist, sondern eine neue Bestimmung erhält.“

