Eisfieber

Ich fand, ich hätte eine gute Idee.

Einfach, aber oft sind das die besten. In den Niederlanden laufen schon wieder seit einer ganzen Woche Berichte über das Eislaufen im Fernsehen. Wie dick das Eis ist. Wann man darauf laufen kann. Welcher Ort den ersten Marathon auf Natureis ausrichtet. Was die Eismeister dazu sagen. Welche Eisbahnen durch Salz zerstört wurden. Wie mit aller Kraft versucht wird, den Schnee vom Eis zu blasen. Wie Menschen unter dem Eis landen. Wie Touren abgebrochen werden, weil Eisläufer ins Eis einbrechen (gerade erst in Overijssel passiert).

Schaaten in Spreewald

Alles für die Schlittschuhe. Für die Fanatiker. Und bis auf wenige Ausnahmen (ich kenne genau einen) ist das ganze Land in Aufruhr. Glücklich, dass es möglich ist, und sei es nur zu Hause auf einem kleinen Kanal oder einem Tümpel.

Hier interessiert das niemanden.

Wirklich nicht.

Es friert schon wieder ziemlich lange (Zumindest – mir kommt es wie eine Ewigkeit vor. Der Januar hatte bisher 3 Sonnenstunden. Keine Ahnung, wohin das führen soll. Aber gut ist es jedenfalls nicht für den Menschen.). Also gibt es auch Eis. Und man kann auch Schlittschuh laufen. Denn in den Niederlanden geht das doch auch? Auch wenn das Eis schlechter ist als in den vergangenen Jahren – hier und da geht es durchaus.

Und so habe ich die Idee an den RBB geschickt. Einfach, weil ich Lust auf einen Eisbericht hatte. Und anscheinend stand das Thema noch gar nicht auf der Tagesordnung, also durfte ich den Bericht gestern sofort machen.

Ein paar Telefonate zeigen dann schnell: Eismeister kennt man hier nicht. Eisvereine auch nicht (nur Sportvereine für Eisläufer oder Eishockeyspieler). Ebenso wenig gibt es Freizeitverbände. Auch die Landesregierung (vergleichbar mit der Provinzverwaltung in den Niederlanden) hat keine Ahnung davon. Das Land Brandenburg hat keinen Überblick über die Gewässer, auf denen man möglicherweise Schlittschuh laufen kann.

Die einzige Kontrollinstanz ist die Wasserschutzpolizei. Diese achtet vor allem darauf, dass die noch vertäuten Boote im Winter nicht gestohlen werden, behält aber auch das Eis ein wenig im Auge. Und warnt, wenn man nicht darauf laufen kann.

Und seltsamerweise ist das also auch nicht möglich.

Ich habe ziemlich viel herumtelefoniert. Dabei bin ich auf eines der schönsten Eislaufgebiete Deutschlands gestoßen – den Spreewald. Wenn das Eis dort dick genug ist, kann man kilometerlange Touren unternehmen. (Etwas, was Deutsche im Allgemeinen nicht tun. Sie haben nur Eiskunstlauf- und Eishockeyschlittschuhe, und damit kommt man nicht weit.)

Aber auch dort geht es derzeit nicht. Das Eis ist zu dünn. Zu gefährlich. Auch wenn es dort recht flach ist – es gibt zu viel Strömung. Und selbst wenn wir am Wochenende nachts –20 °C haben, wird das Eis dennoch nicht dick genug werden können.

Auf meiner Tour war also kein einziger Schlittschuhläufer zu sehen. Eisfieber? Davon hat man hier noch nie etwas gehört.

Gelegentlich soll es noch einige überflutete Wiesen geben, auf denen man dann doch laufen darf. Aber auch die habe ich gestern nicht so schnell finden können.

Meine eigenen Schlittschuhe hatte ich also dabei. Aber leider – ich stand nur ganz kurz auf dem Eis.

DER BERICHT (ein altmodischer Link)

Eine Antwort auf „Eisfieber“

  1. O jee, het Nederlands begint al een beetje op z'n retour te raken: "Ijsverenigingen" in plaats van "IJsverenigingen".

    Maar het is natuurlijk wel een gemene, dus hij is je meteen weer vergeven hoor.

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