RTV Utrecht: Nach der Dürre endlich Regen – aber wie kann man das Wasser im Boden halten?

Den Vorhersagen zufolge wird heute Nachmittag innerhalb weniger Stunden lokal so viel Regen fallen, wie normalerweise in einem Monat. Das sind gute Nachrichten nach der Dürre der letzten Zeit. Aber wie kann man sicherstellen, dass das Wasser keine Schäden verursacht und dass so viel wie möglich davon für kommende Trockenperioden zurückgehalten werden kann?

Beitrag für das Fernsehen und Artikel von Ulrike Nagel.

RTV Utrecht: Nach der Trockenheit endlich Regen – aber wie lässt sich das Wasser im Boden speichern?

„Ein Segen“, nennt Wim Oskam den Regen. Er ist Obstbauer in Werkhoven und sehnt sich schon seit Wochen nach Niederschlag. „Solange es nicht zu stark regnet, sind wir äußerst zufrieden.“ In den vergangenen Wochen nahmen die Sorgen wegen der Trockenheit zu. Das gilt auch für seinen Bruder Co Oskam, Ackerbauer in Werkhoven. „Ich bin jetzt superglücklich über den Regen heute Nachmittag, denn ich musste in den letzten Wochen selbst sprühen. Und das ist teuer, es kostet etwa 50 bis 60 Euro pro Stunde, also rechnen Sie selbst.“

Dürre

Es ist schon seit Wochen knochentrocken. Eine Herausforderung zum Beispiel für Landwirte, aber auch die Natur hatte stark darunter zu leiden. In einem Teil der Region gilt seit letzter Woche sogar ein Bewässerungsverbot, auch wenn die Probleme in unserer Provinz weitaus geringer sind als anderswo im Land, sagt Marc Wessels vom Wasserverband Stichtse Rijnlanden. „„Selbst wenn es längere Zeit trocken bleibt, können wir immer noch ausreichend Wasser aus dem Lek und beispielsweise aus dem Amsterdam-Rhein-Kanal entnehmen. Ein Entnahmeverbot wird hier aufgrund der großen Flüsse, die uns umgeben, selten verhängt.“ Dennoch ist auch hier der Regen sehr willkommen. Da erhebliche Niederschlagsmengen erwartet werden, wird genau beobachtet, ob das Wasser nirgendwo zu Problemen führt. Aber bislang läuft alles gut, sagen die Wasserverbände. „Und wenn es wirklich zu viel Wasser wird, dann haben wir einige Wasserrückhaltebecken, zum Beispiel bei Montfoort und entlang der Grecht. Die können wir dann auffüllen lassen. Aber das tun wir eigentlich nur in Notfällen, und solche erwarte ich heute Nachmittag nicht. Außerdem ist gerade Brutzeit, daher dürfen wir die Polderabschnitte, die dann wie eine Art Badewanne fungieren, auch nicht einfach so unter Wasser setzen.“

Wasserrückhaltebecken

Lösungen wie diese ‚Badewannen‘ helfen nicht nur, wenn zu viel Wasser fällt, sie können auch die Lösung für Dürreperioden sein. Zum Beispiel im Osten der Region, bei Amerongen und Rhenen. Dort ist es hügelig, und Wasser fließt nun einmal nicht bergauf. Die Wasserzufuhr aus Flüssen nützt ihnen dort also nicht viel, und sie sind auf Regenwasser angewiesen. Die Wasserbehörde prüft dort daher gemeinsam mit Naturschutzorganisationen, wie man das fallende Wasser auf intelligente Weise zurückhalten kann. „Das ist allerdings ein sehr komplexer Prozess“, so Wessels.

Wim tussen zijn jonge kersenbomen die veel water kunnen hebben.
Wim zwischen seinen jungen Kirschbäumen, die viel Wasser vertragen.

Das Zurückhalten des Wassers erfolgt in Wasserrückhaltebecken. Diese funktionieren, wie bereits erwähnt, wie eine Art Badewanne, erklärt Bernoe Meier vom Wasserverband Vallei en Veluwe. „Das Wasser bleibt dann einfach darin stehen. Ein Teil verdunstet, aber der Boden drumherum nutzt dieses Wasser natürlich auch, wenn es wieder eine Zeit lang trocken ist. So wird das Wasser aus dem Wasserrückhaltebecken direkt von der Umgebung genutzt.“

Das geschieht unter anderem bereits nördlich von Amersfoort. „Die Wehre sind bereits geschlossen, und wir halten sie auch geschlossen, denn so können wir so viel Wasser wie möglich auffangen und speichern. Auf diese Weise können sich die Wasserrückhaltebecken in unserer Region füllen.“

Selbst speichern

Inzwischen suchen auch die Landwirte selbst nach Lösungen. Manchmal gibt es Zuschüsse von den Wasserverbänden, mit denen Landwirte ein eigenes Wehr anlegen können, um so selbst Wasser an den Rändern ihrer Parzellen zu speichern. In Werkhoven ist das keine Option, sagt Co Oskam. Der Ackerbauer ist an diesem Nachmittag damit beschäftigt, seine Kartoffeln gegen Krankheiten zu spritzen. „Ich muss mich beeilen, denn der Regen wird gleich einsetzen.“

Wasser selbst zu speichern, ist für den Landwirt keine Option. „Gestern sind bereits 22 mm gefallen. Wenn ich das speichern wollte, müsste ich schon 1.500 Kubikmeter irgendwo zur Verfügung haben. Das ist zu viel.“ Auch die Entwässerung ist übrigens eine Lösung. Sollten die Gräben überlaufen, fließt das überschüssige Wasser direkt in die Entwässerungsschläuche und kann dann in die Polder und auf die Felder abgeleitet werden.

Jetzt also einfach mal ordentlich Regen. Oder werden Co und Wim, genau wie die Wasserverbände, Maßnahmen ergreifen, um Schäden zu verhindern? „Ich setze mich einfach gemütlich rein“, sagt Wim lachend. „Und es wird auch nicht so schnell zu viel Wasser geben, denn wir haben viele Puffer in der Umgebung. Die Wasserbehörde kümmert sich gut darum, die Gräben wurden tiefer und breiter gemacht, das haben wir also gut im Griff.“ Früher war das allerdings anders. „Früher hatten wir hier einmal einen Obstgarten, der in einer kleinen Senke lag. Wenn der drei Tage lang unter Wasser steht, gehen die Bäume kaputt. Aber das ist in 60 Jahren nur einmal vorgekommen. ‚Das wird schon gut gehen‘, sagte mein Vater immer. Und so ist es auch.“