Utrecht – Dinosaurierfans kommen in der Jaarbeurs in Utrecht voll auf ihre Kosten. Hier sind bis Anfang August über achtzig lebensgroße Dinosaurier zu sehen. Die ausgestorbenen Tiere wurden für die Wanderausstellung nachgebaut, und fast alle Dinosaurier bewegen sich, wenn man an ihnen vorbeigeht. Außerdem gibt es viel zu lesen, zum Beispiel über den Spinosaurus, den Velociraptor und den Kentrosaurus.
Beitrag für das Fernsehen und Artikel von Ulrike Nagel.
„Davon gibt es zwei, ist das ein Mososaurus?“, fragt Imme, als er durch die dunklen Hallen mit den bunten Lichtern läuft. Imme ist fünf und weiß alles über Dinosaurier, erzählt seine Mutter. Für ihn sind die Informationstafeln neben den Dinosauriern fast überflüssig, denn er weiß ja ohnehin schon alles über die Tiere. „Er ist wirklich ein wandelndes Lexikon“, erzählt Mutter Laurien de Vos. „Wir lesen ihm jeden Abend vor, und er hat sich alles gemerkt. Deshalb führt er mich jetzt durch die Ausstellung, statt dass ich ihn führe“, scherzt sie.
Imme nimmt im Kino Platz, um noch mehr zu lernen. Er ist nicht der einzige angehende Paläontologe. Auch der 16-jährige Felix läuft mit großen Augen durch die Ausstellung. Und bei so vielen Kennern fallen „Fehler“ in der Ausstellung schnell ins Auge. So haben bestimmte Dinosaurier seiner Meinung nach nicht die richtige Größe. „Wie der Velociraptor. Der war in Wirklichkeit kleiner. Und einem anderen Dino fehlt das Fell, und die Krallen sind nicht so groß, wie sie sein sollten. Es stimmt hier also einiges nicht, aber das heißt nicht, dass man hier keinen Spaß haben kann.“

Die Dinosaurier sind ein großes Hobby von Felix. Er kann alle Namen fehlerfrei aufzählen, durchforstet das Internet und schaut sich Dokumentarfilme an. „Ich finde es hier immer noch total cool. Es ist auch schwierig, sie genau so darzustellen, wie sie wirklich gewesen sein müssen – darüber kann ich hinwegsehen. Es bleibt ein toller Ort, um sie hier so groß sehen zu können.“
Trotz der Fehler, die Felix entdeckt, wurde die Ausstellung auch von Paläontologen geprüft, sagt Mike Leegwater von der Organisation. „Sie wurden von Bühnenbildnern gebaut, und man hat das Gefühl, dass sie jeden Moment davonlaufen könnten – vor allem für Kinder bleibt das doch wirklich beeindruckend. Aber selbst ich finde es schön, hier herumzulaufen“, erzählt er unter dem Kopf eines T-Rex mit einem wirklich riesigen Maul voller Zähne. Jetzt, da die Ferien richtig begonnen haben, erwartet er auch viele Besucher. „Es ist für alle interessant, die mehr über die Lebensgewohnheiten erfahren möchten. Ich sehe hier viele Väter, die es doch auch spannend finden, hier so herumzulaufen. Es ist natürlich nicht echt, aber es sieht sehr lebensecht aus.“
Ein Stück weiter stehen zwei Teenager-Mädchen und lesen die Informationstafeln. „Das ist alles ein bisschen wie im Jurassic Park“, sagt Laurien. „Meine Schwester findet sie eigentlich noch interessanter, aber ich komme gerne mit. Die Geräusche und die Bewegungen: Das ist doch cool, oder?“
Die Dinosaurier sind noch bis zum 7. August zu sehen.

