Der Keistad-Triathlon wurde dieses Jahr zu einem Duathlon

Der Keistad-Triathlon in Amersfoort musste in diesem Jahr mit einer Disziplin weniger auskommen. Da in den Wasserproben der Eem letzte Woche Blaualgen gefunden worden waren, entfiel die Schwimmdisziplin und wurde durch eine zusätzliche Laufrunde ersetzt.

Beitrag für das Fernsehen (RTV Utrecht) und Artikel von Ulrike Nagel.

Um 9.30 Uhr stehen als Erste die Jugendlichen am Start. Vierzig Jungen und Mädchen im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. Unter ihnen Fien (8) und ihr Bruder Loek (10) aus Amersfoort. Wie Fien sich vor dem Wettkampf fühlt? „Super stark“, lautet ihre knappe Antwort. „Wir haben uns gut vorbereitet, gestern haben wir uns schon die Laufstrecke angesehen und auch die Radstrecke sind wir abgefahren“, erzählt sie fröhlich. „Und wir sind mit unseren Eltern schon den Pieterpad mit dem Fahrrad abgefahren, wir sind also schon einiges gewohnt.“ Dass sie nicht schwimmen kann, findet sie allerdings schade. „Denn ich mache Wasserball, deshalb kann ich sehr schnell schwimmen. Aber ja, das geht heute leider nicht.“ Vater Cedric steht entspannt daneben. „Hauptsache, es macht ihnen Spaß und sie haben Freude daran. Sie wurden von Freunden gefragt und wollten unbedingt mitmachen.“

Keistad Triathlon van bovenaf met de drone (foto: Ulrike Nagel)
Der Keistad-Triathlon aus der Vogelperspektive mit der Drohne (Foto: Ulrike Nagel)

Während viele Kinder noch zu Hause vor dem Fernseher sitzen, erhalten diese Teilnehmer noch kurz eine Einweisung zur Strecke, denn es gibt eine ganze Reihe von Regeln. „Irgendwann müsst ihr euch also die Fahrräder schnappen, aber ihr dürft dann noch nicht damit fahren, sondern nur laufen“, erklärt ein Organisator den Kindern am Start. „Und wenn ihr vom Radfahren zurückkommt, dann ab mit dem Helm und die Startnummer auf den Bauch drehen!“ Sie nicken alle, und kurz darauf ertönt der Startschuss.

Loek und Fien laufen die ersten 300 Meter und müssen dann wie wild auf ihre Fahrräder umsteigen. Loek hat ein klares Ziel vor Augen: „Ich will nicht als Letzter ins Ziel kommen“, sagt er strahlend. Nach der ersten Laufrunde müssen die Kinder 10 Kilometer mit dem Fahrrad fahren. Die schnellsten Jugendlichen erreichen den Wechselpunkt nach 20 Minuten. Kurz darauf heißt es auch für Loek und Fien: Helm ab, um die Kurve und dann über die graue Matte laufen, die die Startzeit für die letzte Etappe registriert: noch einmal 2,5 Kilometer laufen.

Blaualgen in der Eem: „Das ist das erste Mal“

In der Zwischenzeit treffen nach und nach die ersten erwachsenen Athleten mit ihren Fahrrädern ein. Ohne die Schwimmstrecke gehen zwar etwas weniger Teilnehmer an den Start, erzählt Organisator Henk Oosterhof. „Es gibt einige Teilnehmer, die sagen, dass Schwimmen gerade ihre stärkste Disziplin ist. Und die haben sich abgemeldet. Der Triathlon ist zu einem Duathlon geworden, aber wir sind froh, dass es so weitergehen kann. Es gab auch einige Leute, die sich gerade deshalb noch anmelden wollten, weil das Schwimmen wegfiel – das war schon auffällig. Dies ist das allererste Mal, dass in der Eem Blaualgen gefunden wurden; es war einfach zu trocken und es gab kaum Wind. Es ist also schade, aber ich befürchte, dass wir das noch öfter erleben werden.“

Start van de Keistad Triathlon 2022 (foto: Ulrike Nagel)
Start des Keistad-Triathlons 2022 (Foto: Ulrike Nagel)

Gemeinsam über die Ziellinie

Nach einem leichten Rückstand ist kurz vor dem Ziel zu sehen, dass Fien ihren Bruder eingeholt hat; gemeinsam laufen sie auf den Eemplein. Verschwitzt und keuchend stürzen sie sich auf die Bananen und die Getränke. „Es war sehr, sehr anstrengend“, strahlt Fien, „aber auch sehr, sehr schön!“ Auch Loek lächelt von einem Ohr zum anderen. „Jetzt trinke ich Cola, denn das darf ich sonst nie.“

Insgesamt nehmen 960 Menschen an diesem Triathlon teil. Sie starten in verschiedenen Klassen, von der Jugend bis zum olympischen Triathlon (43 km Radfahren und 10 km Laufen) und später am Nachmittag die Freizeitathleten (22 km Radfahren und 5 km Laufen).

Trotz der Einschränkungen blickt die Organisation auf eine gelungene Veranstaltung zurück: „Es ist alles gut gelaufen und es hat riesigen Spaß gemacht, auch ohne dass geschwommen werden konnte. Die Hitze war für viele Teilnehmer eine Herausforderung, aber letztendlich habe ich gesehen, wie alle mit einem müden, aber zufriedenen Lächeln nach Hause gegangen sind“, sagt Sander Teeuwisse vom Veranstalter.