Beitrag für RTV Utrecht: Besucher der englischsprachigen Trinity Church trauern um Königin Elizabeth

Utrecht – In der anglikanischen Holy Trinity Church in Utrecht gedenken Kirchgänger und Besucher dem Tod der britischen Königin Elisabeth II. Am Eingang der englischsprachigen Kirche hängt ein Foto der britischen Königin mit der Aufschrift: „In memory of Her Majesty Queen Elizabeth II“. In der Kirche selbst können Besucher, die größtenteils Englisch sprechen, eine Beileidsbekundung hinterlassen.

Beitrag für das Fernsehen, Fotos und Text von Ulrike Nagel.

Besucher der englischsprachigen Trinity Church trauern um Königin Elizabeth: „Sie war ein großartiger Mensch“

Die Monarchin verstarb am Donnerstagnachmittag im Alter von 96 Jahren in ihrer Ferienresidenz in Schottland. Alle Besucher der Kirche haben heute auf ihre eigene Weise Erinnerungen an die britische Königin.

„Ich hatte das Gefühl, dass ich sie leicht kennenlernen konnte“, erzählt die Australierin Ann-Marie Michielsen. „Dadurch hatte ich das Gefühl, als wäre sie auch ein Teil meiner Familie.“ In ihrer Beileidsbekundung drückt sie der Familie der britischen Königin und allen, die sie liebten, ihr Mitgefühl aus. „Außerdem habe ich geschrieben, dass sie ein großartiger und besonderer Mensch war.“

„Überrascht, wie traurig ich bin“

Kirchendiener Simon Urquhart, der sich ebenfalls in das Kondolenzbuch einträgt, kann sich noch gut an den Moment der Krönung von Elisabeth II. im Jahr 1952 im Fernsehen erinnern. „Das war das erste Mal, dass ich ferngesehen habe“, erzählt er. Der Küster der Kirche ist vom plötzlichen Tod der Königin tief bewegt. „Ich bin persönlich sehr traurig, ich bin überrascht, wie traurig ich bin.“

Urquhart schätzt die Art und Weise, wie sie regiert hat, sehr. „Sie hat fünfzehn Premierminister erlebt, die alle sehr unterschiedlich waren. Wenn man das bedenkt, ist es eine Leistung, dass sie in ihrer Rolle als Staatsoberhaupt neutral geblieben ist.“

Treue zur Königin

Pfarrer Ruan Crew hat vor einigen Wochen sein Amt als Pfarrer in der Utrechter Kirche angetreten. Bei seiner Amtseinführung am vergangenen Samstag schwor er noch der Königin die Treue. Auch für ihn war es zunächst ein Schock, als die Nachricht bekannt wurde. „Man weiß natürlich, dass es irgendwann so weit sein wird, aber wenn man es dann hört, ist es natürlich ein Schock“, reagiert er. „Dann muss man alles stehen und liegen lassen und sich für die Menschen bereitstellen, die trauern wollen.“

Dem Utrechter Pfarrer zufolge war die Königin für viele Menschen wichtig. Dass ihr plötzlicher Tod national und international mit Bestürzung aufgenommen wird, überrascht ihn daher nicht. „Ich glaube, sie war ein Symbol der Stabilität, und plötzlich ist das weg. Da spürt man diesen Verlust.“

Für Ann-Marie ist es zunächst gewöhnungsbedürftig, dass sich der Text der Nationalhymne geändert hat. „Von nun an heißt es: ‚God save the King‘. Das ist schwierig, denn ich denke dann sofort an all die Jahre, in denen wir ‚God save our gracious Queen‘ gesungen haben.“

Flagge auf Halbmast

Auch außerhalb der Kirche wird sichtbar des Todes der Königin gedacht. In Utrecht weht an einem Haus in der Bollenhofsestraat die britische Flagge auf Halbmast. „Meine Frau ist Britin“, erzählt Bewohner Yoox Melchert. „Mittlerweile hat sie die niederländische Staatsangehörigkeit, aber wir sind trotzdem sehr traurig.“

Der Tod von Königin Elizabeth II. kam für das Paar sehr unerwartet. Möglicherweise werden die beiden noch etwas zu ihrem Gedenken unternehmen. „In England wurden zehn Tage Staatstrauer ausgerufen. Die Flagge wird daher wohl noch eine Weile wehen.“