Polizei verschiebt Mitarbeiter

Hunderte von Sexualdelikten liegen bei der Polizei Midden-Nederland auf dem Tisch, und der Stapel wird einfach nicht kleiner. Letzte Woche äußerte sich ein ehemaliger Ermittler der Sexualpolizei in den sozialen Medien und brachte seine Frustration über die Arbeitsbelastung zum Ausdruck.

Beitrag für das Fernsehen (RTV Utrecht) von Ulrike Nagel.

00:00 RTV Utrecht
00:39 Ulrike Nagel
01:44 Polizei
02:30 Ulrike Nagel
04:29 Frans van Kesteren
05:06 Ulrike Nagel

Ulrike Nagel in de studio van RTV Utrecht Ulrike Nagel in de studio van RTV Utrecht over zedenzaken
Ulrike Nagel im Studio von RTV Utrecht Ulrike Nagel im Studio von RTV Utrecht über Sexualdelikte

Zusammenfassung

Die Journalistin Ulrike Nagel spricht bei RTV Utrecht über die enorme Arbeitsbelastung und das Chaos bei der Sittenpolizei in den zentralen Niederlanden aufgrund von Personalmangel und einer wachsenden Zahl ungelöster Sexualdelikte.

  • Arbeitsdruck bei der Sexualpolizei: Hunderte von Sexualdelikten, darunter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Inzest und Kinderpornografie, liegen ungelöst auf den Schreibtischen der Polizei Midden-Nederland. Ein ehemaliger Regisseur äußerte in den sozialen Medien seine Frustration über den hohen Arbeitsdruck, die Fehlzeiten und den Mangel an Übersicht [00:07]. Die Polizei erkennt das Problem an, das bereits seit Jahren besteht [01:02].
  • Ausmaß des Problems [01:20]: Es gibt 233 ungelöste Sexualdelikte. Obwohl die Zahl der Anzeigen stabil ist, werden die Ermittlungen durch die Digitalisierung immer komplexer. Straftaten finden häufiger online statt (Dating-Seiten, geteilte Videos), was mehr digitale Ermittlungen und Personal erfordert und zu längeren Bearbeitungszeiten führt [02:07].
  • Kurzfristige Lösungen [02:54]: Als vorübergehende Lösung erhält die Sexualpolizei der Region Midden-Nederland im September 24 zusätzliche Vollzeitkräfte. Diese Mitarbeiter kommen jedoch aus anderen Abteilungen (u. a. Drogenkriminalität), was eher zu einer Verlagerung des Problems als zu einer strukturellen Lösung führt [03:09].
  • Tiefere Ursachen und mögliche Lösungen [04:03]:
    • Keine Prävention: Die Gewerkschaft vertritt die Ansicht, dass man bereits vor 10 Jahren auf das Problem hätte reagieren müssen [05:07].
    • Personalmangel: Die wichtigste Lösung ist die Einstellung von mehr Personal. Der Bereich der Sittenermittlung muss durch Kampagnen und eine bessere Durchlässigkeit in der Ausbildung attraktiver gemacht werden [04:31]. Im vergangenen Jahr gab es beispielsweise nur vier Plätze für 20 Interessenten für die Ausbildung zum Sittenermittler [04:51].
  • Unrechtmäßige Entlassung? [03:25]: Der ehemalige Direktor, der das Problem angesprochen hatte, wurde entlassen. Er vermutet, dass dies mit seiner Homosexualität und einer intoleranten Kultur innerhalb der Polizei der Region Midden-Nederland zusammenhängt. Die Polizei gibt dazu keinen Kommentar ab, da es sich um eine Personalangelegenheit handelt [03:31].
Ulrike Nagel in de studio van RTV Utrecht over zedenzaken
Ulrike Nagel im Studio von RTV Utrecht über Sittenfälle

Hintergrund

Sechzig Mitarbeiter sind in der Abteilung für Sittenpolizei tätig. Im September erhält die Polizei 24 zusätzliche Vollzeitkräfte, um den Rückstau an Sittenpolizeifällen schneller abarbeiten zu können. Wim Hoonhout: „Schnelligkeit geht zu Lasten der Sorgfalt, das wollen wir natürlich nicht, daher kann ich nicht sagen, wie schnell wir diese Fälle bearbeiten können. Wichtig ist, dass wir den Opfern so schnell wie möglich helfen können, damit sie weitermachen können, denn es handelt sich natürlich um sehr belastende Fälle. Es ist sehr unerwünscht, dass so viele Fälle liegen bleiben.”

Laut der Polizeigewerkschaft ACP besteht das Problem bereits seit mindestens zehn Jahren. Vorsitzender Gerrit van de Kamp: „Wir haben seit Jahren einen Personalmangel bei der Polizei, nicht nur in Utrecht, sondern landesweit. Nun kommen zwar 24 Vollzeitstellen hinzu, aber diese werden aus anderen Abteilungen abgezogen, beispielsweise aus der Drogenfahndung. Damit verzerrt man das gesamte Polizeikorps. In den nächsten vier, fünf, sechs Jahren wird es Engpässe geben, und dafür hat die Regierung wissentlich gesorgt. Ich sage das nicht gerne, aber das Problem ist unlösbar. Man hätte vor zehn Jahren darauf reagieren müssen, und das ist nicht geschehen.“