RTV Utrecht: Bemerkenswertes Wohnprojekt in Renswoude

Utrecht – Vier junge Menschen und vier Asylberechtigte. Ab heute sind sie Nachbarn in einem neuen Wohnprojekt in Renswoude. Mit acht brandneuen Studios hofft die Gemeinde, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: jungen Menschen zu Wohnraum zu verhelfen und gleichzeitig ihrer Verpflichtung nachzukommen, Asylberechtigten eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Beitrag für das Fernsehen (RTV Utrecht), Fotos und Text von Ulrike Nagel.

Bart van Ginkel aus Renswoude ist von seiner neuen Wohnung begeistert. „Ich bin super glücklich damit. Ich bin 22 Jahre alt und habe noch zu Hause gewohnt. Aber irgendwann ist man bereit für mehr Verantwortung und einen eigenen Platz.“

Ulrike Nagel geeft de sleutel aan een van de statushouders
Ulrike Nagel live aus Renswoude

Große Nachfrage nach Wohnraum

In seiner Gemeinde war es schwierig, eine eigene Wohnung zu finden. In dem kleinen Ort Renswoude ist die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum wie in vielen anderen Orten groß. Außerdem ist die Gemeinde verpflichtet, auch Asylberechtigte unterzubringen, erklärt Ingrid Walda, Wohnberaterin bei der Gemeinde Renswoude.

„Wir haben eine Vorgabe von der Regierung. In diesem Jahr müssen wir neun Asylberechtigte unterbringen. In der ersten Hälfte des nächsten Jahres sind es bereits sieben. Das wird also nur noch mehr werden.”

Ibrahim (l) en Bart (r) tekenen het huurcontract
Ibrahim (l) und Bart (r) unterzeichnen den Mietvertrag

„Wenn wir jede frei werdende Wohnung an einen Asylberechtigten vergeben, kommen unsere Jugendlichen nie zum Zug. Also dachten wir: Vielleicht können wir beides kombinieren. Die Jugendlichen lernen dabei etwas und die Neuankömmlinge integrieren sich schneller.“

Bart findet das gut. „Ich bin Sportlehrer und unterrichte Kinder mit Migrationshintergrund. Manchmal muss man sich dabei mit Händen und Füßen verständigen. Aber das sehe ich eher als Herausforderung.” Als Einwohner von Renswoude hofft er nun, sein Netzwerk nutzen zu können, um seinen neuen Nachbarn zu helfen. „Vielleicht sogar bei der Arbeitssuche.”

De acht studio's
Die acht Studios

Zu klein

Dennoch waren nicht alle von den Wohnungen begeistert. Zwei Asylberechtigte fanden die Wohnungen nicht geeignet. „Das haben wir auch von der Flüchtlingshilfe erfahren“, sagt Walda. Die Asylberechtigten finden die Studios im Hinblick auf eine mögliche Familienzusammenführung zu klein.

Aber eine Familienzusammenführung kann lange dauern, erklärt Walda. „Wir hoffen, dass sie dies als ersten Schritt betrachten. Wenn sie später die Genehmigung für eine Familienzusammenführung erhalten, werden wir uns nach einer geeigneten Lösung umsehen.”

Das tut der Begeisterung von Bart keinen Abbruch. Heute Morgen hat er den Mietvertrag im Rathaus unterzeichnet. Danach haben die frischgebackenen Bewohner gemeinsam ein Kunstwerk geschaffen, das im Gemeinschaftsgarten aufgestellt werden soll.

Der Garten muss noch etwas hergerichtet werden. So stehen noch Container und Bagger auf der Baustelle. Aber die neuen Bewohner sind seit heute bereit.

De jongeren en statushouders werken aan een kunstwerk
Die Jugendlichen und Asylberechtigten arbeiten an einem Kunstwerk