Unbeschwert die Sonne genießen

Wie so oft in diesem Sommer war es heute sehr warm. Und so machten sich die Menschen auf vielfältige Weise auf den Weg, um das sommerliche Wetter zu genießen. Aber kann man die Sonne überhaupt noch unbeschwert genießen? Laut der Umweltpsychologin Karlijn van den Broek sollte man das auf jeden Fall tun. „Aber man sollte sich bewusst sein, warum es an einem Tag wie heute so warm ist: Klimawandel.“

Live-Beitrag für das Fernsehen (RTV Utrecht) von Ulrike Nagel.

Ulrike Nagel begab sich zum Fluss Lek, um zu fragen, ob man die Sonne noch unbeschwert genießen kann oder ob der Klimawandel Schuldgefühle hervorruft.

Laut der an der Universität Utrecht tätigen Psychologin leiden immer mehr Menschen unter Klimangst. „Aber Angst hilft nicht dabei, den Klimawandel zu bekämpfen“, ist Van den Broek überzeugt. Besser ist es daher, tatsächlich Maßnahmen zu ergreifen, und das beginnt mit dem Bewusstsein für das Problem. „Man muss sich bewusst machen, dass nicht jeder die Freiheit hat, sich am Strand zu sonnen. In einigen Ländern geht es nicht um Genuss, sondern um die großen Probleme, die der Klimawandel mit sich bringt.”

Ulrike Nagel ging naar de Lek om te vragen of men nog onbezorgd kan genieten van de zon, of dat klimaatverandering voor een schuldgevoel zorgt.
Ulrike Nagel ging zum Lek, um zu fragen, ob man noch unbeschwert die Sonne genießen kann oder ob der Klimawandel Schuldgefühle hervorruft.

Und wenn man sich dessen bewusst ist, so Van de Broek, ist es nur logisch, aktiv zu werden. Zum Beispiel, indem man weniger Fleisch isst. Damit reduziert man laut dem Psychologen nicht nur seine eigenen CO2-Emissionen. „Menschen sind sich oft nicht bewusst, wie sehr ihr Handeln ihr soziales Umfeld beeinflusst”, sagt Van den Broek. „Wenn Sie also öfter vegetarisch essen, beeinflussen Sie nicht nur Ihren eigenen Konsum, sondern sind auch ein Vorbild für die Menschen in Ihrer Umgebung.”

Ulrike Nagel live op tv - studio RTV Utrecht 
Ulrike Nagel live im Fernsehen – Studio RTV Utrecht

In Verhalten umsetzen

Darüber hinaus ist Entspannung auch sehr wichtig, erklärt Van den Broek. „An einem Tag wie diesem würde ich mich auf jeden Fall einfach entspannt in die Sonne legen. Man sollte sich nicht den ganzen Tag mit dem Klimawandel beschäftigen und sich ständig darüber Gedanken machen. Das bringt niemandem etwas“, sagt sie. Sie stellt jedoch fest, dass sich in den letzten Jahren ein Umdenken in Bezug auf den Klimawandel vollzogen hat. „Früher hieß es immer: Klimawandel, das kommt später. Ein Tag wie heute zeigt sehr deutlich, dass wir etwas dagegen tun müssen. Jetzt geht es nur noch darum, dies in unser Verhalten umzusetzen.“

Und laut der Umweltpsychologin liegt das in den kleinen Dingen, wie zum Beispiel dem bereits erwähnten Verzehr von weniger Fleisch. Aber auch darin, die Klimaanlage zu Hause nicht zu hoch einzustellen oder auf andere Weise Energie im Haushalt zu sparen. „Man muss sich wirklich die Dinge ansehen, die man selbst kontrollieren kann, vor allem in den eigenen vier Wänden. Die Heizung ein Grad niedriger einstellen, solche Dinge. Damit kann man wirklich etwas bewirken.“ An Tagen wie diesen ist es also angebracht, die Sonne draußen zu genießen. Dann kann die Klimaanlage zu Hause auch ausgeschaltet bleiben.