Provinz Utrecht – In der Sint-Nicolaas-Kirche in Odijk wurde heute ein Stück der Rippe des echten Nikolaus enthüllt. Bert Staal hat ein Jahr lang daran gearbeitet, das Knochenstück hierher zu bringen. „Ich habe in letzter Zeit schon genug getan.“
Beitrag für das Fernsehen (RTV Utrecht), Fotos und Text von Ulrike Nagel.
Um 9 Uhr morgens liegt das Knochenstück noch unter Verschluss in einer kleinen Schatulle. Niemand außer Bert durfte es in all den Wochen sehen. „Nein, niemand war dabei“, sagt Bert. „Schau mal, es steht jetzt noch zwischen einer kleinen Statue des Heiligen Nikolaus und neben dem Dom, denn unter dem Dom bin ich geboren, und deshalb ist Utrecht auch sehr wichtig für mich.“ Er ist im Ruhestand, engagiert sich aber weiterhin intensiv in der Seelsorge und war der Initiator, das Knochenstück nach Odijk zu holen.
Bert nimmt das Kästchen von seinem Platz und geht damit die Treppe hinunter zu seinem Auto. Warum ist ein kleines Knochenstück so wichtig für Odijk? „Weil es fast 1700 Jahre alt ist. Die Abtei von Egmond hat zugestimmt, dass wir dieses Stückchen erhalten, und darüber bin ich sehr froh. ‚Spannend‘ ist vielleicht etwas übertrieben, aber besonders ist es auf jeden Fall.“

Der Wundertäter Sankt Nikolaus
Der heilige Nikolaus war laut Bert ein Wundertäter. „Er ist der Schutzpatron der Seeleute, der Anwälte, der Bankiers, der Bäcker, der Prostituierten, der Studentinnen – dieser Mann hat in seinem Leben so viel Gutes getan, dass er heiliggesprochen wurde. Und dank dieses Heiligen bekommen wir auch heute noch Geschenke voneinander. Hier bei der Kirche haben wir sogar einen Spenden-Schrank ganz im Sinne des Heiligen Nikolaus, aus dem sich jeder etwas nehmen kann, der es braucht.“
An der St.-Nikolaus-Kirche werden speziell für diesen Tag gelb-weiße Fahnen aufgehängt, in der Küche herrscht reges Treiben, und es wurden 450 Hefte mit den Liedern für heute gedruckt. „Wir haben so viel Aufmerksamkeit in den Medien bekommen, daher gehe ich davon aus, dass die Kirche komplett voll sein wird“, sagt Bert.
Feierlicher Akt
Wenig später trifft der Weihbischof von Utrecht, Herman Woorts, ein. Er darf später das Knochenstück aus der Kiste entnehmen und es dann an einem festen Platz hinter dem Altar aufbewahren. Ein feierlicher Akt, wie er sagt. „Wir gehen davon aus, dass es sich um ein Stück der Rippe des heiligen Nikolaus handelt. Wir alle bewahren zu Hause Kleinigkeiten auf, die von unschätzbarem Wert sind. Weil sie uns an jemanden erinnern, der uns lieb und teuer ist. Und dies ist ein kleines Überbleibsel eines Heiligen, der den Menschen über die Jahrhunderte hinweg sehr viel bedeutet hat.“
Woorts spürt die Aufregung und die Spannung in der Kirche. „Es ist ihr Patronatsfest, das ist immer etwas Besonderes, aber gerade die Ankunft einer solchen Reliquie – das passiert nicht einfach so. Es ist ein besonderer historischer Moment für ihre Glaubensgemeinschaft.“
Das kleine Stück Rippe „kommt nach Hause“
Bert stellt das Kästchen auf einen besonderen Altar in der Ecke der Kirche. Seiner Meinung nach ist das Knochenstück hier zu Hause. „Weil das Rippenstück des Heiligen Nikolaus hier seine letzte Ruhe finden und für alle Ewigkeit in der St.-Nikolaus-Kirche in Odijk verbleiben wird. Deshalb ist es hier zu Hause. Als Ort der Andacht für uns – und vielleicht wird es ja sogar zu einem Wallfahrtsort.“

Dann beginnt die Messe. Weihbischof Woorts erhält einen Schlüssel und öffnet das Kästchen. Der Moment ist gekommen: Die kleine Monstranz mit dem Knochen wird herausgenommen. Kurz den Kameras gezeigt, und dann verschwindet sie in einer Nische über dem Altar.
Was wird Bert tun, jetzt, da das Knochenstück zu Hause ist? „Das hat meine Frau auch schon gefragt. Ich werde auf die Enkelkinder aufpassen und hier weiterhin meine ehrenamtliche Arbeit für die Seelsorge leisten. Ich habe vorerst genug getan und mir fällt im Moment auch kein neues Projekt mehr ein.“

