Journalistin | Redakteurin | Moderatorin | Deutschland-Expertin / Korrespondent | in Hilversum & Berlin
Kinky Mutti Merkel
Du betrittst einen Nachtclub und siehst plötzlich Angela Merkel in einem sehr gewagten Outfit. In Berlin wundert das niemanden. Im extravaganten Berliner Nachtclub KitKatClub sind Kunstwerke der ehemaligen Bundeskanzlerin zu sehen, die vom Künstler zur Galionsfigur der sexuellen Freiheit umgedeutet wurde, erzählt Deutschland-Expertin Ulrike Nagel in Bureau Buitenland.
Zusammenfassung dieses Gesprächs
Die Journalistin Ulrike Nagel diskutiert in „Bureau Buitenland” auf Radio 1 die Aufregung um Kunstwerke von Angela Merkel als Fetisch-Dame in einem Berliner Nachtclub.
2023-04-21 Ulrike Nagel auf Radio 1: Bureau Buitenland – Kinky Mutti Merkel
Angela Merkel als Fetisch-Dame in Berlin
Der KitKat Club und die Kunstwerke [00:22]: In Berlin ist der KitKat Club, bekannt für seinen extravaganten Charakter mit Tanz, Sauna, Schwimmbad und „kinky Keller”, Schauplatz einer Ausstellung mit besonderen Gemälden von Angela Merkel. Diese Kunstwerke stellen sie als Fetisch-Dame in Latexkostüm dar, mit rosa Haaren und einem „Sklaven” an einer Kette [00:28].
Der Künstler und seine Wahl [01:08]: Der in Berlin lebende spanische Künstler Gandro Berlino wählte Angela Merkel als seine Muse. Er begründet seine Wahl damit, dass sie eine weltweit bekannte Politikerin mit starker Ausstrahlung ist und als „Mutti Merkel”, eine Art Mutter des Vaterlandes, bekannt war. Er wollte sie in eine „perfekte Muse” verwandeln [01:14].
Merkels Image und die Kontraste [01:46]: Merkel war nicht für ihre Frivolität bekannt, sondern eher für ihre Zurückhaltung. Obwohl sie in Ostdeutschland aufgewachsen war, wo FKK (freie Kultur) normal war, war ihr Kleidungsstil als Bundeskanzlerin immer derselbe: Jacken in allen Farben, abgesehen von gelegentlichen tief ausgeschnittenen Kleidern [01:55]. Die Kunstwerke sind daher als Kunst und als Kontrast zu ihrem öffentlichen Image zu sehen.
Reaktion in Deutschland [02:32]: Laut Nagel gibt es im Rest Deutschlands wenig Aufregung um diese Kunst, da man in Berlin an solche Extravaganzen gewöhnt ist und im KitKat Club „alles möglich ist“ [02:38].
Mutti Angela Merkel — Foto von Alejandro Berlino – Künstler am 19. April 2023.
Hintergrund
„Es ist ein ziemlich extravaganter Club. Man kann dort tanzen, aber es gibt auch eine Sauna, einen Swimmingpool und einen Kinky-Keller, sodass man sich vorstellen kann, wie es dort zugeht”, beschreibt Nagel. Und dort gibt es jetzt besondere T-Shirts, Kleider und Fotos zu kaufen, auf denen Angela Merkel in einem Latexkostüm als Kinky Merkel abgebildet ist.
Freundlicher Mama-Look
Die Kunstwerke stammen vom in Berlin lebenden spanischen Künstler Alejandro Berlino. Nach eigenen Angaben hat der Künstler Merkel ausgewählt, weil sie eine weltweit bekannte Politikerin mit starker Ausstrahlung und einem freundlichen Mama-Look ist. Der extreme Kontrast hat ihn angesprochen. Auf der einen Seite die seriöse Politikerin, auf der anderen Seite die Fetischkultur. Diese Fetischkultur ist an sich ein Symbol der Freiheit, und Mutti Merkel, als seine perfekte Muse, ist eine Möglichkeit, diese Freiheit zu ehren.
Laut Nagel ist es nicht das erste Mal, dass Merkel mit freizügigen Outfits in den Schlagzeilen ist. „Ihre Mode war eigentlich immer dieselbe. Dieselben Jacken, in verschiedenen Farben. Mit einer kleinen Ausnahme im Jahr 2008. Bei einem Opernbesuch in Oslo trug sie ein Kleid mit einem recht tiefen Ausschnitt. Das Foto ihres Dekolletés ist berühmt geworden, aber soweit bekannt ist, hat sie seitdem nie wieder so viel Haut gezeigt. Die Gemälde sollte man daher vor allem als das betrachten, was sie sind: Kunst.”
In „Bureau Buitenland“ hören Sie internationale Nachrichten, Reportagen und Geopolitik. Mit Hintergrundinformationen und bemerkenswerten Geschichten, montags bis freitags von 13.30 bis 14.00 Uhr. Moderatoren: Sophie Derkzen und Tim de Wit