Obdachlos in Berlin

Es sind fünfzehn Grad unter Null, und ich stehe mit meiner Kamera bei der
Bahnhofsmission am Zoo. Eine kleine Luke öffnet sich, und die Obdachlosen holen sich ein Päckchen Butterbrote, eine Banane und heißen Tee oder Kaffee ab.

Viel mehr Hilfe bekommen sie hier nicht, also müssen sie weiter durch die Stadt ziehen, um einen Schlafplatz zu finden. Drinnen spreche ich mit den Freiwilligen und frage, ob es jemanden gibt, den ich auf dem Weg zu einer Notunterkunft begleiten kann. Und filmen.

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Aufholen

Es war eiskalt dort. Wenn man ins Schlafzimmer ging, musste man fast rennen, sonst wäre man erfroren. Denn das große, dunkle Haus hatte nur einen einzigen großen Kachelofen im Wohnzimmer, an den man beim Betreten des Raumes die Füße halten konnte. Wir saßen dort mit gut sechs erwachsenen Paaren und den dazugehörigen Kindern, von denen ich eines war.

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Wie viele sind wir hier eigentlich?

„Wie viele von euch verstehen kein Wort Deutsch?“, rief eine gewisse Judith Holofernes in die Menge.
Etwa sieben Hände gingen hoch.
Nicht genug, um wirklich einen Dolmetscher hinzuziehen zu müssen.
„Wie viele von euch kommen wirklich aus Amsterdam?“ Drei Viertel derjenigen, die die Hand gehoben hatten.

Denn die Texte von „Wir sind Helden“ gehören nicht gerade zu den einfachsten. Zumindest stehen sie selten bis gar nicht in Büchern wie „Der Übungsmeister“ (ich habe mit eigenen Augen gesehen, dass das Schulbuch meines Freundes J. genau so hieß).

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90’s now oder Proleten aus den Neunzigern

„Die Neunziger“. Das fand ich schon immer schöner klingen als „de 90’s“. Das niederländische Äquivalent hat etwas Altmodisches an sich. Und das passt nicht, denn ich gehe immer noch davon aus, dass „die Neunziger“ total angesagt sind.

Vielleicht ein Irrglaube meiner eigenen Generation, denn gib zu: Die Musik aus diesem Jahrzehnt ist schlichtweg schlecht. Ein Titel nach dem anderen wird in „schrägen Sendungen“ gespielt. Und man darf kaum zugeben, dass man eigentlich ein „Happy-Hardcore-Typ“ ist. Denn das wirkt so blöd.

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Urlaub in Etappen

„Der Berliner fährt kein Fahrrad.“ So oder so ähnlich könnte man es sagen. Zumindest war das früher so. Als ich klein war, lief ich zehn Minuten zum S-Bahn-Bahnhof. Ich fuhr zwei Stationen mit, stieg brav aus und lief dann wieder zehn Minuten zu meiner Schulfreundin J.

Mit dem Fahrrad hätte ich diese Strecke locker um ein Vielfaches schneller zurücklegen können. Aber das fällt mir erst jetzt ein, mit dem niederländischen Schleier vor den Augen. Denn in Berlin sind wir nämlich nie Fahrrad gefahren.

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Weltenbummler

Es ist möglich! Ich fühle mich wie ein Weltbürger! Ein Reisender! Ein Weltenbummler! Ich spüre die Freiheit!
Ich war nämlich mit meinem eigenen Kind draußen. In der rauen und bösen großen Welt… Mehr noch: Ich habe es geschafft, zum Bahnhof zu laufen und ins Nachbardorf zu fahren. Mit dem Zug. Mit einem Kinderwagen. Und meinem Kind darin. Ohne Probleme.

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