Es gibt doch nette Deutsche: Mein Apotheker!

Berlin ist doch nur ein Dorf.

Das ist nichts Neues, eigentlich ist es eine Ansammlung vieler kleiner Dörfer. So ist die Stadt gewachsen, so hat alles im Nikolaiviertel angefangen. Das Dorf Cölln und das Dorf Berlin bekamen eine Brücke, und schon gab es eine Stadt. Zu der immer mehr Dörfer (Stadtteile) hinzukamen. Die alle miteinander wuchsen. Wer sein eigenes Viertel nicht verlässt, nennt es „Kiez“ und verhält sich ziemlich genauso wie jemand aus einem niederländischen, englischen oder französischen Dorf. Dorf. Village.

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1 Jahr

Kürzlich habe ich das Foto wieder gesehen. Ich selbst, wie ich hinter dem vertrauten Schreibtisch in Utrecht sitze. „Quotenknaller“ – so hieß meine Sendung an meinem letzten Tag. Den Nachrichten dicht auf den Fersen: Sobald eine Meldung eintrifft, anrufen, anrufen, anrufen und um eine Stellungnahme bitten. Texte tippen und alles kurz darauf im Nachrichtenbulletin wiederhören. Kein entspannter letzter Tag, aber dennoch eine ganz klare Aufgabe, bei der ich mich wie ein Fisch im Wasser fühlte, am Ruder, alles unter Kontrolle – wie auch immer man es nennen mag. Professionelle Gelassenheit. So fühlte es sich oft an. Und auch an jenem Tag.

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Eingewöhnen

Aussichten mit grünem Gras, blauem Meer und Sand, so weit das Auge reicht.

Gemütlich bei guten Freunden zu Tisch sitzen.

Mit dem Fahrrad in den Amsterdamer Wald fahren, Eis essen – auch wenn es dort noch zu kalt dafür ist.

Die Beine ausgestreckt in einem Mobilheim mit orangefarbenen Fähnchen.

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Eisfieber

Ich fand, ich hätte eine gute Idee.

Einfach, aber oft sind das die besten. In den Niederlanden laufen schon wieder seit einer ganzen Woche Berichte über das Eislaufen im Fernsehen. Wie dick das Eis ist. Wann man darauf laufen kann. Welcher Ort den ersten Marathon auf Natureis ausrichtet. Was die Eismeister dazu sagen. Welche Eisbahnen durch Salz zerstört wurden. Wie mit aller Kraft versucht wird, den Schnee vom Eis zu blasen. Wie Menschen unter dem Eis landen. Wie Touren abgebrochen werden, weil Eisläufer ins Eis einbrechen (gerade erst in Overijssel passiert).

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Auch hier kommen wir nicht drum herum

Ja, auch hier kamen wir nicht drum herum.

650 Kilometer weiter weg zu wohnen bedeutet nicht, dass wir den wichtigsten Mann des Jahres verpassen müssen: Sinterklaas. Der scheint nämlich auch problemlos nach Berlin kommen zu können.

Ob er nun über die Dächer kam oder vielleicht einfach in den Zug stieg, oder ob es sich doch heimlich um einen verkleideten Niederländer handelte, der unglaublich gut schauspielert – das spielt glücklicherweise keine Rolle, denn mein Kind fragt noch nicht nach solchen Dingen.

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Zurück nach Berlin (wirklich!)

Vor vierzehn Jahren wollte ich weg.

Weg aus der Großstadt. Weg von meinen Eltern. Zu meinem Freund in die Niederlande.

Auf in eine neue Welt, ganz auf mich allein gestellt. Studieren in einer mir vertrauten, aber dennoch fremden Sprache. In Groningen, das mir damals noch völlig unbekannt war.

Es hat eine Weile gedauert, aber dieses brandneue, noch ungewohnte Land wurde zu meinem neuen Zuhause. Und das ist es – so lange danach und trotz aller politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen – immer noch.

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